Offener Brief an Klaus Wowereit,den regierenden Bürgermeister von Berlin für 2002 ist die Station Stand heute gerettet (Juli) |
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Unten die Antwort vom hochschulpolitischen Sprecher der SPD Dr. Bert Flemming Sehr geehrter Herr Wowereit, ich wende mich mit diesem offenen Brief an Sie als einen der führenden Politiker dieser Stadt und damit wohl auch Deutschlands, mit dem geringen Schimmer der Hoffnung, dass Sie etwas aufhalten können, das nur ein winziger Bestandteil des an Niedergang grenzenden Abbaus von Kultur und Wissenschaft in dieser Stadt ist. Ich bin von Beruf Physiker und im Bereich Forschung und Entwicklung eines großen deutschen Unternehmens in Berlin tätig und beschäftige mich dort mit elektronischen Expertensystemen. Ich bin Mauerjahrgang und habe viele Höhen und Tiefen dieser Stadt miterlebt.
Wahrscheinlich wird es Ihnen entgangen sein, dass der Bereich der Synoptik der FU-Berlin aus Kostengründen faktisch geschlossen werden soll. Als Hobby-Meteorologe habe ich das durch den Hilferuf der Betroffenen auf deren Web-Seite des Berliner Wetterturniers erfahren.
Ein weiterer Gesichtspunkt der dabei übersehen wird, ist die Geschichte der Station Dahlem. Eine traditionelle Wissenschaftseinrichtung die ihre Wurzeln im 18. Jahrhundert hat und auf eine mehr als fünfzigjährige minutiöse Wetteraufzeichnung zurückblicken kann, wird sterben!
Mein Sohn ist naturwissenschaftlich sehr interessiert. Im Moment ist er auf der Suche nach einem Studienplatz. Er tendiert in die Richtung Chemie/Biochemie. Für dieses Studium und für ähnliche Studienfächer müsste ich ihm eigentlich zunehmend raten, ins Ausland zu gehen, am besten in die USA. Das bedeutet, dass wir eine unserer wichtigsten Quellen für unseren Wohlstand und unsere soziale Sicherheit, junge, intelligente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die wissenschaftlich in Deutschland arbeiten, zunehmend verlieren und das ist nicht gut so für uns. Retten Sie die Station 10 381! Ich schreibe diesen offenen Brief in der Hoffnung, dass Sie etwas bewegen können oder sich der eine oder andere Spender findet. Der Brief wird auf meiner Web-Seite und in meinem Weblog zu lesen sein und an die unten stehenden Adressen gesendet werden. Hochachtungsvoll Ralf Köchert, Berlin im März 2002 Die e-mail ging an den Bürgermeister, die Berliner SPD und die Synoptik der FU |
Sehr geehrter Herr Köchert,
die von Ihnen angesprochene Entscheidung den Studiengang Meteorologie und den Betrieb der Wetterstation betreffend ist eine Entscheidung der Hochschule. Seit Beginn der 90 Jahre hat Berlin im Rahmen der Globalzuweisungen und dann innerhalb der Hochschulverträge den Universitäten und Fachhochschulen die vorrangige Entscheidung über die Strukturen übertragen. Diese Unabhängigkeit von der Politik war und ist gewollt. Im Rahmen dieser Kompetenzen ist die Entscheidung in der Freien Universität nach Beratungen in den entsprechenden Gremien gefallen.
Die Planungen der Hochschulen werden durch die Arbeit des Wissenschaftsrates begutachtet und die Landesregierung übernimmt diese Empfehlungen, in dem Maße wie sie dem finanziellen Rahmen der Hochschulverträge entsprechen.
Mit vielen Grüßen
Dr. Bert Flemming
Hochschulpolitischer Sprecher der SPD- Fraktion
© 2002
Ralf Köchert